Evangelisches Diakonissenhaus Bethlehem

Predigten

Wochenschlussandacht am 18. Februar 2012

Pfrarrer Volker Fritz, Waldbronn / Karlsbad

Lukas 18, 31 – 34

31 Jesus nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen:
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
32 Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden,
33 und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.
34 Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen,
und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.


Liebe Schwestern und Brüder,

wir befinden uns sozusagen am Vorabend der Passionszeit – nicht einmal mehr eine halbe Woche, dann ist Aschermittwoch und wir beginnen die Zeit, in der wir in besonderer Weise den Leidensweg Jesu bedenken.
Der Wochenspruch der morgen beginnenden Woche ist der Beginn der dritten Leidensankündigung Jesu nach Lukas.

Neun Kapitel vorher erzählt Lukas von zwei weiteren Leidensankündigungen:
die erste – nach dem überraschenden Petrusbekenntnis: Du bist der Christus Gottes! Der Messias! - ist die Ankündigung Jesu (Luk. 9, 22):
Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten und getötet werden – und am dritten Tag auferstehen.


Wochenschlussandacht am 28. Januar 2012

Pfarrerin Annegret Lingenberg, Karlsruhe

Matthäus 17, 1 – 9


Liebe Schwestern, liebe Gemeinde,

in manchen Familien und in manchen Kirchen und in manchen Gegenden steht der Weihnachtsbaum bis Lichtmess, bis zum 2. Februar. Das hat seinen guten Sinn. Die Weihnachtszeit umfasst die gesamte Epiphaniaszeit, die Zeit, in der wir das „Erscheinen Gottes“ auf unserer Erde, unter uns Menschen feiern – die Zeit mit ihrer Lichtsymbolik, mit ihrem Glanz.

Höhepunkt und Abschluss dieser winterlichen Lichtzeit ist der „Letzte Sonntag nach Epiphanias“, noch einmal mit der liturgischen Farbe Weiss für ein Christusfest und als Zeichen für das Himmelslicht, das mit der Geburt des Gottessohnes über uns aufgegangen ist. Höhepunkt der weihnachtlichen Epiphanias–, „Erscheinungs“zeit ist das Sonntagsevangelium von der Verklärung Jesu auf dem Berg.

Buchstäblich wie in einem „Brennpunkt“ findet hier die Epiphanie, die Erscheinung, die Offenbarung Gottes in Seinem Sohn ihren strahlenden Ausdruck. Jesus nimmt drei seiner Jünger mit in die blendende Gottesnähe.


Wochenschlussandacht am 10. Dezember 2011

Pfarrerin Annegret Lingenberg, Karlsruhe

Matthäus 11, 2 – 6


Liebe Schwestern, liebe Gemeinde,

als sich in der Kirche in den ersten Jahrhunderten die großen Feste des Kirchenjahres etablierten, das „Kirchenjahr“, so wie wir es heute kennen, sozusagen Form annahm, da haben die Christen in großem Ernst vor die großen Feste Ostern und Weihnachten Zeiten der Vorbereitung vorgesehen. Das waren Zeiten der Einkehr, der Stille, ja, der Buße, der neuen bewussten Umkehr und Hinwendung zu Gott. Es waren Wochen des Fastens, des Betens, der Besinnung.

In der Fastenzeit vor Ostern ist viel davon geblieben. In der „Fastenzeit“ vor Weihnachten eher weniger... Höchstens das Wort „Besinnlichkeit“ hat hier noch seinen Raum im Bewusstsein vieler Menschen, auch bei uns.

Was aber soll die adventliche Besinnlichkeit? Im Ursprung eben dies: Still werden vor Gott. Sich besinnen auf unseren Weg, den wir vor Gottes Angesicht gehen.
Vorbereitung auf das Kommen unseres Herrn Jesus Christus, das wir am bevorstehenden Christfest (zwar) feiern, das sich aber ja nicht nur an Weihnachten irgendwie ereignet, sondern das sich an jedem Tag ereignen kann!
Vorbereitung auf das Kommen unseres Herrn Jesus Christus, auf das wir im Besonderen am Ende der Zeiten warten, wenn ein neuer Himmel und eine neue Erde erscheinen wird.


Wochenschlussandacht am 12. November 2011

Pfrarrer Volker Fritz, Waldbronn / Karlsbad

2. Korinther 5, 1 – 10

1 Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.
2 Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden,
3 weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden.
4 Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben.
5 Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat.
6 So sind wir denn allezeit getrost und wissen: solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn;
7 denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.
8 Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.
9 Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohl gefallen.
10 Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.


Liebe Schwestern und Brüder,

der soeben gehörte Text - viele von Ihnen mögen das schon gemerkt haben - endet mit dem Wochenspruch für die kommende Woche, doch nicht ganz.
Da steht in der Lutherübersetzung noch etwas, das macht einem zutiefst von Luthers reformatorischer Erkenntnis geprägten, doch etwas zu schaffen.
War doch Luthers Erkenntnis der Satz aus dem Brief an die Römer:
"So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben".
Wenn es das war, was unsere Väter und Mütter dazu bewogen hat, den zweiten Teil des Verses einfach weg zu lassen, dann ist es für mich unbefriedigend.
"...damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse."
Wenn wir schon - was evangelische Christen heute ja viel zu wenig tun - in der Bibel lesen, dann Zusammenhänge, und nicht Halbverse.
Allenthalben - dass der Vers als Ganzes missverständlich ist, ja sogar missverständlich übersetzt ist, kann ein Grund sein, dass man den Wochenspruch so eingegrenzt hat:
"Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi."

Bevor wir uns aber dem Wochenspruch zuwenden, möchte ich mich dem 2. Teil des Verses zuwenden; er steht immerhin in der Bibel, und soll nicht unter den Tisch fallen.
Luther übersetzt so:
"damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse."


Wochenschlussandacht am 30. Juli 2011

Pfarrerin Annegret Lingenberg, Karlsruhe

Jesaja 43, 1 – 7


Liebe Schwestern, liebe Gemeinde,

der Wochenspruch der mit diesem Abend beginnenden neuen Woche, der 6. nach Trinitatis, steht im Buch des Propheten Jesaja. Genauer gesagt im mittleren Teil dieses Buches. Die Kapitel 40 bis 55 bilden eine Einheit, die vermutlich später aufgeschrieben worden ist als die Kapitel 1 bis 39. Wir nennen diesen Mittelteil den „2. Jesaja“, vornehm den „Deuterojesaja“.

Dieser Deuterojesaja ist wohl das schönste Buch im AT! Luther nannte es ein „Trostbüchlein“, wohl auch, weil es mit diesen Worten beginnt: „Tröstet, tröstet mein Volk...“. Manche nennen es das „Evangelium des alten Bundes“. Der Prophet spricht hinein in das Ende der Exilszeit in Babylon mit tröstlichen Worten, mit Worten der Barmherzigkeit und Güte, mit Worten der Verheißung:
„Ich habe euch einen Augenblick verlassen, aber mit großer Güte will ich mich euer erbarmen.“
„Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen – aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen.“
„Und wenn auch eine Frau ihre Kindlein vergäße, so will ich dich doch nicht vergessen.“
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen.“
Das ist Deuterojesaja! Von ferne mögen wir schon die Stimme Jesu hindurchhören, die Stimme des guten Hirten, der uns verheißt, bei uns zu bleiben alle Tage...
Hier nun ist unser Wochenspruch angesiedelt, der 1. Vers im 43. Kapitel:
So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.


Wochenschlussandacht am 23. Juli 2011

Pfarrer Theo Freyer, Karlsruhe


Liedpredigt zu EG Nr. 503 „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“


An diesem Wochenende mitten im Sommer will ich mit Ihnen über das Sommerlied von Paul Gerhardt, das allerdings sehr viel mehr als ein Sommer–Lied ist, nachdenken.
Als Leitgedanken sollen zwei Bibelworte über dieser Liedpredigt stehen.

Psalm 104, 24 + 33:
Herr, wie sind deine Werke so groß und viel!
Du hast sie alle weise geordnet,
und die Erde ist voll deiner Güter…
(Darum) will ich dem Herrn singen mein Leben lang
und meinen Gott loben, solange ich bin.

Genesis 2, 15:
Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

Diese und ähnliche Bibelworte mögen Paul Gerhardt durch den Kopf gegangen sein, wenn er einst durch die Sommerlandschaft ging. Da sah er nicht nur vordergründig die Natur in all ihrer Schönheit, ihrer Farbenpracht und ihrem Reichtum, sondern er wusste sich bei all dem von Gottes Schöpfung umgeben. Die Erde war für ihn das große Bilderbuch der Werke Gottes, das kostbare Geschenk seiner Liebe und Fürsorge. Darum war die Begegnung mit der Natur für ihn nicht nur ein emotionales Erlebnis, sondern darüber hinaus eine Glaubenserfahrung.


Wochenschlussandacht am 16. Juli 2011

Pfarrer Theo Freyer, Karlsruhe


Wochenspruch: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal. 6, 2)

Lukas 6, 36 – 42

Jesus ermahnte seine Jünger und die Leute die zu ihm gekommen waren und sprach: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet.
Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt.
Vergebt, so wird euch vergeben.
Gebt, so wird euch gegeben.
Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.
Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister.
Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!


Beide Texte, Wochenspruch und Sonntagsevangelium, haben das Gelingen unseres Lebens zum Thema und sind darum Texte, die für uns von existenzieller Bedeutung sind. Sie werfen Fragen zur Daseinsbewältigung auf, die letztlich so alt sind wie die Menschheitsgeschichte, und sie geben Antworten, die Jesus seiner Gemeinde zu allen Zeiten und an allen Orten gibt, – Antworten, die uns sagen wollen, wann und wie unser Leben gelingen kann, – gelingen wird.


Wochenschlussandacht am 2. Juli 2011

Schwester Hildegund Fieg


Wochenspruch: Christus spricht: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matth. 11, 28)


Dieses Wort begleitet uns als Wochenspruch durch die kommende Woche. „Kommet her zu mir“, ruft Jesus uns zu. ER lädt ein, in seine Nähe, in seine Gegenwart zu kommen. Er ruft auch heute jeden von uns – egal, woher wir kommen, egal, wie unser Leben bisher ausgesehen hat. Er ruft heute so, wie er damals einen Zachäus vom Baum herunter gerufen hat, so, wie er einen Bartimäus von seinem Bettelplatz weggerufen hat, so wie er einen Levi am Zoll abgeholt und in seine Nachfolge berufen hat, und so, wie er die Kinder in seine Nähe gerufen hat. Jesus lädt ein, er ruft zu sich, um zu heilen, um zu segnen, um Lasten abzunehmen, um neuen Lebensmut, Lebenskraft und Hoffnung zu schenken – auch heute.

„Heilandsruf“, nennt man diesen Wochenspruch auch. Ja, der Heiland ruft – er ruft die Mühseligen und Beladenen. Mühselig und beladen – sind wir das? Brauchen wir den Heiland, den der unser Leben heil macht, den, der zu uns spricht und uns einlädt: „Kommet her zu mir!“?


Wochenschlussandacht am 19. Juni 2011

Pfarrer Volker Fritz, Waldbronn / Karlsbad

Jesaja 6, 1 – 4

1 In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen
auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel.
2 Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel:
Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße (Scham)
und mit zweien flogen sie.
3 Und einer rief zum andern und sprach:
Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
4 Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauch.


Liebe Schwestern und Brüder,

dieser Text ist der 1. Teil des morgigen Predigttextes (zu Trinitatis 2011).
Und in seiner Mitte hören wir den Wochenspruch für die Woche, die mit dem morgigen Sonntag beginnt.
Der Text nimmt uns hinein in eine Gotteserfahrung des Propheten, eine umwerfende Erfahrung.
Wir erleben sie mit, quasi durch die Augen und Ohren des Propheten, erleben seine Empfindungen und Erfahrungen mit, schauen und hören mit ihm.


Wochenschlussandacht am 25. September 2010

OKR i.R. Dr. Michael Trensky, Karlsruhe


Wochenspruch: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ (1. Joh. 5, 4b)


Liebe Bethlehem–Schwestern, liebe Gemeinde,

noch einmal der Wochenspruch aus dem 1. Johannesbrief:
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Dieser 1. Johannesbrief ist der Brief der Liebe, ja, er ist ein Liebesbrief. Wenige Verse vor dem Abschnitt, in dem der Wochenspruch für die nächste Woche steht, wir haben ihn eben gehört, lesen wir den wunderbaren und unübertroffenen Satz: „Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Joh 4, 16) Und dann heißt es: „Furcht ist nicht in der Liebe.“ (1. Joh 4, 17) und: „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ (1. Joh 4, 19) und weiter lesen wir: „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass er auch seinen Bruder liebe." (1. Joh 4, 21) Und auch dies Gebot, so haben wir eben gehört, ist leicht.
Geballte Ladung Liebe! Gottes Liebe! Liebe zu Gott! Nächstenliebe!
Und so geht es dann auch weiter. Wir haben es gehört.


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