Evangelisches Diakonissenhaus Bethlehem

Jahresberichte

Jahresbericht 2011

Ein Jahr ist vergangen: Oktober 2010 bis Oktober 2011.
Woche für Woche haben wir unsere Wochenschlussandacht in der Kapelle mit dem Liedvers beschlossen: „Ein Tag, der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, mein Herz an dich gewöhne, mein Heim ist nicht in dieser Zeit.“

Ein Tag dem andern. Diesmal sind es genau 365 Tage, die wir seit dem letzten Jahresfest durch–wandert haben, – Sie in Ihrem Umkreis und wir hier in dem unseren.

Ja, unser Leben ist ein Wandern, und dazu gehören die Menschen, die eine Strecke weit mitgehen oder gegangen sind – oder die uns von Zeit zu Zeit auf dem Weg begegnen.
Dazu gehört z.B. eine Klasse, die sich vor wenigen Wochen – 40 Jahre nach Beginn der Ausbildung – hier getroffen hat.
Zu diesen Menschen gehören unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne die wir recht arm wären, auch heute!
Ich denke auch an die Menschen, die täglich den Mittagstisch in unserer Cafeteria in Anspruch nehmen und vor allem an unsere Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, die mit uns Schwestern unter einem Dach leben.

Wir sind reich geworden im vergangenen Jahr durch den Zuzug neuer Mieter in acht Wohnungen.
Manche sind noch dabei, sich einzuleben und Kontakt zu denen aufzunehmen, die schon länger hier daheim sind.
Wir sind aber auch ärmer geworden durch den Verlust von Menschen, die zu uns gehört haben. Wir haben die Namen derer im Gottesdienst gehört, die von Gott aus diesem Leben abgerufen wurden. „Ein Tag der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit.“ Gern möchte ich noch einmal Schwester Martl Scholz nennen und Frau Maria Bechler, die beide im Unterricht der Fachschule und im Internat prägende Dienste geleistet haben. Sie sind für viele Erzieherinnen untrennbar mit der Erinnerung an ihre Ausbildung in Bethlehem verbunden.

Ja, unser Leben ist ein Wandern. Wir sind gespannt und freuen uns auf die Begegnungen, die beim Weiterwandern vor uns liegen, und wir sind dankbar für manche erfahrene Wegbegleitung.

Auf einem Wanderweg braucht man Pausen. Man schaut zurück auf den Weg, den man gegangen ist und man schaut nach vorne auf die Wegstrecke, die vor einem liegt.
Manchmal ist eine Einkehr in einer der Gästewohnungen unseres Hauses ein solches Innehalten im persönlichen Alltag. Wir freuen uns, dass wir wiederholt Anfragen Einzelner nach der Möglichkeit für eine Auszeit positiv beantworten konnten.
Auch wurden unsere Angebote für kreative Oasentage gern angenommen.
Davon und von unserem Tag der Gemeinschaften war schon im Osterbrief zu lesen.

Die Bereiche, in denen wir zusammengestellt sind, haben sich kaum verändert.
Außer den verschiedenen Aufgaben im Haus ist da der Schülerhort, der – mit 40 Kindern voll belegt – einen äußerst wertvollen Dienst in der Nordweststadt leistet.
Und nach wie vor leitet eine unserer Schwestern den dreigruppigen Kindergarten Bethlehem, der ja – wie die Fachschule Bethlehem – nicht mehr in unserer Trägerschaft ist.

Für das Zusammenwirken mit der Gemeinde, die sich noch im Prozess der Fusionierung befindet, bestehen so manche Nahtstellen: Mitarbeit sowohl im Ältestenkreis als auch bei Familiengottesdiensten, bei regelmäßig stattfindenden Kinderkirchentagen und in einer Jungschar. Und hin und wieder – z.B. an Zweiten Feiertagen – findet der Gemeindegottesdienst in unserer Kapelle statt. Wir freuen uns auch auf eine gute Zusammenarbeit mit unserem neuen Gemeindepfarrer, Herrn Pfarrer Scharf.

Dass in unserem Haus die Musik nicht nur beim Jahresfest eine Rolle spielt, soll hier auch einmal erwähnt werden. Wir Schwestern singen gern und viel. Und dann gibt es das so genannte Chörle, vor einigen Jahren von einer Mitbewohnerin initiiert, das sich jeden Samstag im 1. Stock zu einer vergnüglichen Chorprobe trifft.

Zusammen mit einem größeren Publikum hat uns der Schülerhort an einem „bunten Hortabend“ mit „Solokünstlern“ auf verschiedenen Instrumenten und der Kantate „Abraham“ beeindruckt. Eine Kostprobe haben wir ja gehört.

Wir erfreuten uns an Konzerten, z.B. mit der Pianistin You Kyong Kim, und dem musikalischen Abend, der Felix Mendelssohn-Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel gewidmet war, am gemeinsamen Singen in Andachten, beim Frühlingsfest und anderen Anlässen. Immer mit professioneller Orgel- und Klavierbegleitung. Was wären wir ohne Frau Furtwängler und ohne Herrn Pfarrer Buschbeck! Das ist auch einmal der Rede wert!

Wir freuen uns bei den Jahresfesten immer über die Teilnahme anderer Mutterhäuser, vor allem aus der Nachbarschaft. Dabei wird sichtbar, dass wir als Diakonissenhaus eingebunden sind in die große Familie des „Kaiserswerther Verbandes“ mit insgesamt 74 Mutterhäusern in Deutschland – und mit diesen wiederum im internationalen Zusammenschluss, in der so genannten „Kaiserswerther Generalkonferenz“. Für solche Zusammenschlüsse ist die Kontaktpflege auf verschiedenen Ebenen hilfreich und ermutigend. So stehen im Terminkalender des Berichtsjahres außer den zweimonatlichen „Weggemeinschaftstreffen“ der jüngeren Schwestern mehrtätige Vermerke wie „Südkonferenz in Stuttgart“, „Elbapfko in Nonnenweier“ (zu deutsch  elsässisch-badisch-pfälzische-Konferenz) und „Mitgliederversammlung in Berlin“, Vermerke, die jeweils eine Teilnahme unseres Hauses markieren. Hinzu kam, dass ich als gewähltes Mitglied der Kaiserswerther Generalkonferenz im Februar an einer Präsidiumssitzung in Norwegen und vor wenigen Tagen in Kaiserswerth teilnahm.

Kommen wir zurück zu dem, was sich in unserem Werk getan hat. Sie erinnern sich, dass an dieser Stelle Jahr für Jahr die unabgeschlossene Angelegenheit unseres Anwesens in Gernsbach-Scheuern stand. Mit einem besonderen Dank an die Mitglieder unseres Verwaltungsrates und an Herrn Gramlich als Ehrenamtlichen Wirtschaftsleiter für das Durchstehen mancher Zerreißprobe darf ich namens des Vorstandes heute sagen:  Die notarielle Beurkundung der Auflassungserklärung ist erfolgt. Das heißt, dass der Eigentumswechsel auch im Grundbuch von Gernsbach vollzogen werden kann und wir die Urkunde in den nächsten Tagen erhalten werden. Wir trennen uns damit von einem Anwesen, das in über hundert Jahren vielen Menschen zum Segen wurde. Und wir bitten Gott darum, dass er auch weiterhin seine Segenshände über die Menschen hält, die dort eine neue Heimat finden.

Das Ergebnis des Verkaufs wird sich in der Bilanz des laufenden Kalenderjahres niederschlagen.
In seiner nächsten Sitzung im November wird der Verwaltungsrat die geprüfte Bilanz des Geschäftsjahres 2010 verabschieden. Wieder sind wir dankbar für eine Summe von nahezu 55.600 Euro, die unter „außerordentliche Einnahmen“ auch die vielen Spenden unserer Freunde ausweist. An dieser Stelle: Ganz herzlichen Dank!

In der kommenden Sitzung wird nicht nur die Bilanz verabschiedet. Es wird auch die letzte Sitzung sein, an der Herr Bankdirektor i.R. Edgar Kipper teilnimmt. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt offiziell verabschiedet.
Aber es ist mir ein Anliegen, ihm hier für seine 32jährige Mitarbeit, die für unser Haus von unschätzbarem Wert war, herzlich zu danken.

Ich überfliege in Gedanken noch einmal die 365 Tage des Berichtsjahres. Sie haben im Bericht heute kaum konkrete Daten gehört, wenig Namen und nur angerissene Inhalte.
Ganz selbstverständlich fanden ja auch die regelmäßigen Sitzungen des Schwesternrats und des Rates der Diakoniegemeinschaft statt. Sie verbinden sich mit den Inhalten, die letztlich ein Jahr unseres Werkes ausmachen.

Ob Menschen, ob Geld, ob Gebäude, – auch im 175. Jahr unseres Bestehens wollen wir an der Hand unseres Gottes weitergehen und – so wie es uns am Anfang dieser Woche in der Losung zugesagt ist, darauf vertrauen, dass Gott unser Wandern auf sein Herz genommen hat und weiterhin auf sein Herz nehmen wird.

Seien Sie auf Ihrem Weg IHM befohlen!


Soweit der mündlich erstattete Jahresbericht.

Und nun noch eine weitere wichtige Mitteilung:
Unser Vorsteher, Herr Pfarrer Koch, hat in der Sitzung des Verwaltungsrats am 22. November 2011 mitgeteilt, dass er das Amt des Vorstehers zum Ende des Kalenderjahres endgültig abgeben wird. Vor 21 Jahren – 1990 – wurde er in das Amt eingeführt. Ab 1994 führte er es nebenamtlich als Gemeindepfarrer der Christuskirche bis zu seiner Pensionierung 2005, und seither im Ehrenamt.
Wir danken Herrn Pfarrer Koch sehr herzlich für alle seine Dienste und freuen uns, dass uns das Ehepaar Koch freundschaftlich verbunden bleibt.
Wir werden mit Herrn Pfarrer Koch innerhalb der Hausgemeinschaft Anfang 2012 einen Abschiedsgottesdienst feiern.


An dieser Stelle wollen wir nun doch auch die Namen derer festhalten, die Gott im Berichtsjahr aus diesem Leben abgerufen hat:


Aus dem Kreis der Diakonischen Schwestern

Schwester Martl Scholz  am 4. Juli im 89. Lebensjahr,

aus unserer Hausgemeinschaft

Frau Ilse Kuntz am 25. Februar im 85. Lebensjahr,
Herr Heinz Wolf am 13. März  im 97. Lebensjahr,
Herr Joachim Cierocki  am 27. März im 84. Lebensjahr,
Frau Irmgard Rupp am 06. August im 83. Lebensjahr

Und unsere langjährige Lehrerin an der Fachschule

Frau Maria Bechler am 14.September im 86. Lebensjahr.


Und mit dem Apostel Paulus bekennen wir dankbar:
„Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“  Römer 8, 38

S. Hildegund Fieg

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