Evangelisches Diakonissenhaus Bethlehem

Jahresfest-Predigten

Predigt zum 178. Jahresfest am 17. Oktober 2015

Oberkirchenrat Helmut Strack, Karlsruhe

Micha 6, 8


Worauf kann ich mich noch verlassen – in einer Welt, die so durcheinander geraten ist?
Woran soll ich mich orientieren – in einer Welt, die so unübersichtlich geworden ist?
Was kann meinem Leben Halt geben – in einer Welt, die in vieler Hinsicht bodenlos geworden ist?
Viele Menschen fragen so oder so ähnlich. Wer so fragt, sucht nach verlässlichen Antworten; drückt seine Sehnsucht danach aus, etwas oder jemandem voll und ganz vertrauen zu können; will Gewissheit im Leben, wo es Sicherheit nicht gibt. Wer so fragt, möchte sagen können: „Ich glaube, dass …“
Wenn Glauben heißt: vertrauen, dann gehört die Vertrauensfrage zu den brisantesten Fragen unserer Zeit. Worauf ich vertraue oder woran ich glaube, das hat viel zu tun mit meinen Lebenserfahrungen, mit meinen Ängsten und Hoffnungen, mit meinem Herkommen und Gewordensein. Da spielen Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde eine Rolle oder auch Gemeinschaften wie diese Diakonissengemeinschaft, Gemeinschaften, in denen ich Geborgenheit erfahre, Beheimatung; in denen das Gespräch über zentrale Lebensfragen möglich ist; in denen ich gemeinsame Erfahrungen, auch Erfahrungen des Glaubens, machen kann.


Predigt zum 177. Jahresfest am 11. Oktober 2014

Kirchenrat Hans-Martin Steffe, Karlsruhe

Ester 5, 1 – 8


Liebe Gemeinde, liebe Schwestern vom Haus Bethlehem,

„Du bist ein Königskind, dessen Wege heilig sind,
dessen Würde ewig besteht, in dem der König lebt.“

So ein Lied, das Frieder Gutscher geschrieben hat. Und das passt gut zur fortlaufenden Bibellese aus dem Buch Ester. Und ich finde auch zu Ihnen, den Schwestern vom Haus Bethlehem.
„Du bist ein Königskind, dessen Wege heilig sind,
dessen Würde ewig besteht, in dem der König lebt.“
Und darum habe ich das Kapitel 5 aus der fortlaufenden Bibellese für den heutigen Gottesdienst als Predigttext genommen.

Zum Hintergrund: Es geht um eine junge jüdische Frau: Ester. Ester ist Königin von Persien geworden. Von ihrer Herkunft her war sie ein unbekanntes jüdisches Mädchen. Sie hat weder Vater noch Mutter. So wird es von ihr erzählt. Eines der Waisenkinder. Das ist bedrückende Wirklichkeit für viele Flüchtlingskinder. Gesorgt hat für sie ein Verwandter ihres Vaters. Der Jude Mordechai, ein Angestellter am persischen Königshof. Der ist ihr zum Pflegevater geworden. Der hat sich rührend um sie gekümmert. Das können Sie nachlesen in den vorhergehenden Kapiteln. Als sie ein Jahr lang für eine besondere Erziehung in einem Frauenhaus lebte, kam Mordechai täglich und hat sich erkundigt, ob es ihr gut geht.


Predigt zum 176. Jahresfest am 5. Oktober 2013

Pfarrer Wolfgang Scharf, Karlsruhe

Matthäus 6, 19 - 23


Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!

Liebe Gemeinde!

Was sind Schätze, die nicht von den Motten und dem Rost gefressen werden, Schätze, die keine Diebe zum Einbruch und stehlen verlocken?

Ich nehme Sie zur Beantwortung dieser Fragen zunächst auf eine Reise mit nach New York, eine Reise, die ich gestern in der Frühe selbst bei einer Andacht von Pfarrer Christoph Seidl aus Regensburg antreten durfte.

‚Zwei Stühle, die sich an einem Tisch gegenüberstehen. Auf dem einen sitzt eine Frau, auf den anderen kann man sich als Passant hinsetzen und der Frau in die Augen schauen – oder sich von ihr in die Augen schauen lassen. Hunderte von Menschen haben es vor drei Jahren ausprobiert, über 90 Tage hinweg, immer dieselbe Frau. Die Frau ist Künstlerin. Sie heißt Marina Abramovic und stammt aus Belgrad. Vor drei Jahren fand im Rahmen einer großen Ausstellung ihres Werkes im New Yorker Museum of Modern Art auch diese Performance statt unter dem Titel „The Artist is present“. Einfach nur anwesend sein, sich anschauen, das würdigen, was ist, dem Menschen Ansehen geben. Hunderte Besucher, jeden Morgen eine nochmal längere Schlange von Menschen, die bereit waren, stundenlang zu warten, bis sie der Künstlerin persönlich in die Augen schauen durften. Viele fingen an zu weinen, als es soweit war, manche berichteten danach von einer Erfahrung, die ihr Leben verändert hat.’

Was ist es, das Menschen veranlasst in dieser von Schnelligkeit pulsierenden Stadt, einer Stadt in der man normalerweise keine Zeit hat, stundenlang auf diesen persönlichen ‚Augen–Blick’ zu warten? Offensichtlich ist er wertvoll dieser ‚Augen–Blick’. Ein ‚Augen–Blick’, der in die Begegnung von Mensch zu Mensch führt.


Predigt zum 175. Jahresfest am 6. Oktober 2012

Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Karlsruhe

Psalm 100, 2 und 1. Petrus 4, 10


Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Schwestern, liebe Festgemeinde,

„dienet dem Herrn mit Freuden“ - seit nunmehr 175 Jahren begleitet dieses Wort aus dem 100. Psalm die Geschichte der hiesigen Schwesternschaft sozusagen als cantus firmus. Zum Eingang des Gottesdienstes haben wir diesen Psalm miteinander gebetet und eben seine Vertonung aus dem Becker-Psalter gesungen. „Dienet dem Herrn mit Freuden“. Dieses Psalmwort, dieser cantus firmus eines Gott geweihten Lebens, hat der Schwesternschaft immer wieder in Erinnerung gerufen, dass sie eine Dienstgemeinschaft ist und sein soll.

Ob das Dienen in dieser Gemeinschaft wirklich dabei immer mit Freuden geschah, werden die Schwestern besser beurteilen können als wir mehr Außenstehenden. Aber in jedem Fall hat die Schwesternschaft als Dienstgemeinschaft 175 Jahre lang der Kirche und der Gesellschaft ein Beispiel des Dienens gegeben.
Sie hat dies vor allem getan im aufopferungsvollen Dienst an Kindern und Jugendlichen. In dieser Schwesternschaft, seit 1968 im hiesigen Haus Bethlehem, entwickelte sich das Dienen von der Arbeit in der Kleinkinderbewahranstalt über die Begleitung von Kindern in Kindergärten und Schülerhorten bis hin zur Ausbildung von Erzieherinnen in der Fachschule. Aber auch der Dienst an Kranken, Pflegebedürftigen und Alten hat den Dienst dieses Mutterhauses geprägt.


Predigt zum 174. Jahresfest am 15. Oktober 2011

Prälat Dr. Traugott Schächtele, Schwetzingen

Markus 9, 17 – 27


Liebe Jahresfestgemeinde,
liebe Schwestern,
liebe Freundinnen und Freunde des Diakonissenhauses Bethlehem!

Heute feiern sie das 174. Jahresfest! Das ist vor allem erst einmal ein Grund sich zu freuen. Und allemal auch Grund genug zum Danken. Es freut mich von Herzen, dass ich mit der Predigt in diesem Jahresfestgottesdienst auch einen Beitrag zur Festfreude beisteuern kann.

174 Jahre – das sind 174 Jahre lebendige, bewegte Geschichte des Diakonissenhauses. Mit allen und mit allem, was dazugehört. Mit allem Auf und Ab. Mit all den Menschen, die hier und von hier aus ihre segensreiche Wirkung entfalten konnten. 174 Jahre, in denen sich eine große Geschichte des Glaubens entfalten konnte.

Um das Thema des Glaubens soll es auch in der Predigt heute gehen. Nicht nur, weil der Glaube ein zentrales Thema des Christseins darstellt. Zum Thema des Glaubens führt uns auch der Predigttext. Es ist der Predigttext für den vor uns liegenden 17. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest. Ich lese aus Markus 9 die Verse 14 bis 27:

Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Menge um sie herum und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Und sobald die Menge ihn sah, entsetzten sich alle, liefen herbei und grüßten ihn. Und er fragte sie: Was streitet ihr mit ihnen? Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, dass sie ihn austreiben sollen, und sie konnten's nicht.
Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riss er ihn. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund. Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist's, dass ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Als nun Jesus sah, dass das Volk herbeilief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein! Da schrie er und riss ihn sehr und fuhr aus. Und der Knabe lag da wie tot, so dass die Menge sagte: Er ist tot. Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf.
Und als er heimkam, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten.

Dieser Text braucht den dreifachen Blick, liebe Gemeinde. Beginnen wir mit dem ersten. Beim ersten Hinhören und Hinsehen wird klar: Wir haben eine Wundergeschichte vor uns. Konkret eine Heilungsgeschichte. Ein Vater bringt seinen Sohn zu Jesus. Der Sohn leidet an Epilepsie. Die Folgen dieser Krankheit bringen sein Kind immer wieder in lebensgefährliche Situationen. Das eine Mal droht er zu ertrinken. Das andere Mal gerät er in Gefahr, im Feuer umzukommen.


Predigt zum 173. Jahresfest am 16. Oktober 2010

Pfarrer Dr. Werner Schwartz, Speyer

Micha 6, 8

Wochenspruch am 20. Sonntag nach Trinitatis

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist
und was der HERR von dir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben
und demütig sein vor deinem Gott.

Einheitsübersetzung:
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist
und was der HERR von dir erwartet.
Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben,
in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Zürcher Bibel:
Er  hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist
und was der HERR von dir fordert:
Nichts anderes, als Recht zu üben und Güte zu lieben
und in Einsicht mit deinem Gott zu gehen.
 
Ein knapper Satz, der Wochenspruch für die kommende Woche. Es geht in ihm um das, was gut ist für den Menschen, für mich, für Sie wohl auch.
Was gut ist, so heißt es hier lapidar, ist das, was der HERR von mir fordert, was Gott von mir erwartet.
Das ähnelt sehr dem Spruch, den ich von Eltern oder Großeltern gehört habe: Ich will ja nur, was gut ist für dich! Damals, als Kind habe ich das nicht einsehen können. Aber ist mir dann nicht doch in späteren Jahren die Einsicht zugewachsen, dass sie vielleicht recht hatten, und ich konnte im Nachhinein zustimmen: Ja, das war gut für mich? (Eltern werden ja offenbar vernünftiger, wenn wir selbst älter werden.)
So wird es hier von Gott gesagt: Gott weiß, was gut ist für mich, auf lange Sicht, am Ende. Vielleicht sehe ich’s nicht zu jedem Zeitpunkt meines Lebens so. Aber am Ende werde ich ihm recht geben.
So sagt es der Prophet Micha im 8. Jahrhundert vor Christus. So lesen wir’s im Wochenspruch für diese Woche. – Ein Satz für uns, für heute, für das Leben in diesen Tagen? Testen wir ihn einfach, fragen wir nach seiner Wahrheit.
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.


Predigt zum 172. Jahresfest am 17. Oktober 2009

Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Karlsruhe

Markus 2, 1 – 12


Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen

Liebe Gemeinde!

Wir verabschieden heute die Oberin einer Schwesternschaft und führen ihre Nachfolgerin ein. Schwesternschaften, das sind – anders als viele Menschen glauben mögen – keine hermetisch abgeschlossenen geistlichen Zirkel ohne jeden Zugang zur Welt. Ganz im Gegenteil: Wie es in der Welt zugeht, das wissen gerade Mitglieder solcher geistlichen Schwesternschaften, wie Sie eine sind, sehr genau: Alle, die täglich in der Fachschule für Sozialpädagogik ein– und ausgehen, bringen die Wirklichkeit der Welt hinein in Ihr Haus. Und Sie alle, liebe Schwestern, haben ein langes Leben lang ihr geistliches Amt wahrgenommen in durchaus weltlichen Kontexten – in Gemeinden und Werken, in Einrichtungen und Schulen. Sie haben dabei mitgeholfen, die Grenzen zwischen der geistlichen Wirklichkeit des Glaubens und der irdischen Wirklichkeit der Welt zu überschreiten. So haben Sie, liebe Schwester Hildegund, hier ihre Ausbildung zur Erzieherin absolviert, haben dann in den 80er Jahren an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in Freiburg studiert, waren als Gemeindediakonin tätig und haben lange Zeit einen Schülerhort geleitet.

Nein: Schwestern einer Diakonissenschaft sind geistliche Menschen, gewiss, und deshalb gehört auch die Pflege geistlichen Lebens zum Zentralen Ihrer Schwesternschaft – gerade nun, da immer weniger von Ihnen noch tätig sein können.
Aber Sie alle haben es gelebt und wissen es: Das geistliche Leben ist vom irdischen nicht zu trennen. Je geistlicher, je mehr Gott zugewandt Sie leben, desto mehr können Sie sich einlassen auf die Welt mit ihren irdischen Gegebenheiten.
Genau diesen Zusammenhang von geistlichem und irdischem Leben beleuchtet auf eine ganz spezifische Weise der Predigttext für den morgigen Sonntag aus dem 2. Kapitel des Markus–Evangeliums:

„Nach einigen Tagen ging Jesus wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich viele, so dass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vier Männern getragen. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren  Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, so dass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.“


Predigt zum 171. Jahresfest am 18. Oktober 2008

Pfarrerin Ursula Rülke, Schwanau–Nonnenweier

Markus 4, 35 – 41


Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist, der da war und der da kommen wird. Amen

Liebe Geschwister im Glauben!

Mit Freude bin ich heute bei Ihnen.
Wenngleich auch ein wenig unsicher. Sie, liebe Diakonissen hier im Mutterhaus Bethlehem und in anderen Mutterhäusern, haben in den Jahren Ihres Glaubens und Wirkens schon so viele Predigten gehört, dass eigentlich alles gesagt und gehört sein müsste. Doch ich weiß ja, Gott kann auch aus Altbekanntem Neues wirken.
Und wenn Schwester Wera angefragt -  wer kann ihr schon einen Korb geben.

Hören wir den Predigtext:
Markus 4, 35 – 41
Und am Abend desselben Tages sprach Jesus zu seinen Jüngern: Lasst uns hinüber fahren. Und sie ließen das Volk gehen und nahmen Jesus mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass das Boot schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf, und sie sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?
Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille.
Und Jesus sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt Ihr noch keinen Glauben?
Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!

Herr, sammle du unsere Gedanken und beschenke uns aus deinem Wort. Amen.


Predigt zum 170. Jahresfest am 13. Oktober 2007

Pfarrer Johannes Welschen, Niesky

Philipper 4, 4 – 7


Liebe Schwestern und Brüder des Diakonissenhauses Bethlehem, liebe Festgemeinde!

Zunächst möchte ich Ihnen zu ihrem Festtag die Glück– und Segenswünsche aus der Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky überbringen. In Emmaus Niesky denken heute manche Schwestern und Mitarbeitende hierher, in das Mutterhaus auf der anderen Seite Deutschlands. Von Niesky nahe der polnischen Grenze gehen die Gedanken nach Karlsruhe unweit der französischen Grenze. Gott stellt unsere Füße wahrhaft auf weiten Raum – wie wir im Kaiserswerther Verband immer wieder sagen. Und dass wir heute ohne größere Probleme von Niesky nach Karlsruhe reisen können ist ein Grund zu unendlicher Dankbarkeit.
Von Niesky an der polnischen Grenze nach Karlsruhe – unweit der französischen Grenze – so denken wir heute an Sie, freuen uns mit Ihnen über diesen besonderen Tag des 170. Jahresfestes und wünschen Ihnen Gottes Segen für die Jahre, die kommen.
Näher aber als die geografische Beschreibung – von Niesky nach Karlsruhe – liegt mir aber eine andere: von Emmaus nach Bethlehem.


Predigt zum 169. Jahresfest am 14. Oktober 2006

Pfarrer Philippe Gunther, Straßburg

Jeremia 29, 7 – 14


„Jésus Christ est le même hier, aujourd’hui et éternellement.“
Mit diesen Worten begrüße ich Sie alle und danke für Ihre Einladung zum Fest und Ihre Bitte um eine Predigt!
Worte auf Französisch, damit Ihr auch glaubt, dass ich „ein Francais“ bin, wenn auch Elsässer!

Worte aus der Bibel: die Losung des Gründers unseres Diakonissen–Mutterhauses in Straßburg, Pfarrer Haerter: „Jesus Christus, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit“.
So ist mein Kommen zu Ihnen nach Karlsruhe und hier in diese Kirche gar zwei mal ökumenisch, zwei mal verbindend, zwei mal brüderlich. Schon mehr als 60 Jahre trennt uns der Rhein nicht mehr. Baden / Elsass – Herz Europas!
Und schon viel länger sind beide Mutterhäuser von Karlsruhe–Bethlehem und Rüppurr verbunden mit der Communauté et Etablissement des Diaconesses de Strasbourg.
Derselbe Herr, derselbe Dienst, eine Quelle und ein Ziel!


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